18. September 2011

Moelleux au Chocolat - Saftiger Schokoladenkuchen

Kennt ihr den Nachtischmagen? Ich weiß, einige werden sich jetzt denken "war ja klar, dass sie irgendwann damit kommt", aber ich muss das wirklich mal erörtern. 
Der Nachtischmagen ist ein Phänomen, dass sich hauptsächlich, aber nicht ausschließlich, bei Menschen des weiblichen Geschlechts finden lässt. Der Nachtischmagen hängt eng mit der Sättigung der Geschmacksknospen zusammen, auch wenn dies zunächst nicht so offensichtlich ist. 
Ein Beispiel zur Erklärung? Bei einem überaus üppigen Rastaurantbesuch kann frau nach einem halben Tapasteller, diversen Brotscheiben, einem feinen Filetsteak, Folienkartoffel und Kräuterquark am Tisch sitzen, sich den Bauch reiben und leidvoll stöhnen: "Das war gut, aber den letzten Bissen Fleisch musst du essen." Der Gatte stöhnt (da selber auch sehr satt): "Den kleinen Bissen wirst du doch wohl noch essen können, das ist ja wirklich gar nicht mehr." Aber nein, frau kann WIRKLICH nicht mehr. Dann kommt die Nachtischkarte oder auf dem Heimweg liegt die Lieblingseisdiele oder zu Hause angekommen steht da noch ein Stück allerfeinster Schokokuchen. Während sich der Gatte kaum bewegen kann, wird frau ganz aufgeregt und springt überrachsend agil auf der Stelle rum:"Kann ich noch ein Schokocrêpe/Eisbällchen/Stück Schokokuchen?" Während sich der Gatte daraufhin kopfschüttelnd gegen die nächste Mauer lehnt/aufs Sofa legt und verzweifelt gegen aufkommende Übelkeit kämpft, schlemmt frau noch eine ungesunde Protion Nachtisch aller Art, ohne folgende Bauchschmerzen. 
Tja, so ist das. Ich habe viel darüber nachgedacht, viele Diskussionen geführt und da es eine logische Erklärung geben muss (neben der möglichen Existenz eines zweiten Magens) habe ich die Theorie, dass eine geschmackliche Überanspruchung der Grund dafür ist. Irgendwann ist einfach Schluss mit herzhaft und unsere Geschmacksknospen brauchen eine süße Abwechslung. Genauso ist ab und an nach dem intensiven Konsum zuckersüßer Knabbereien ein Schinkenbrot dringend notwendig. Gibt es zum Nachtischmagen schon wissenschaftliche Abwandlungen? Ich wäre sehr daran interessiert, auch an euren Erfahrungen und Theorien zu diesem Thema. 


Für weiteren Anreiz kann zum Beispiel dieser herrliche Schokokuchen dienen. Die Grundlage für dieses Rezept habe ich mal wieder aus der Sonnenküche. Als ich ihn das erste Mal gemacht habe, wollte ich kleine Schokoküchlein machen und so kamen meine Silikon-Muffinförmchen zum Einsatz. Schlechte Idee, die Dinger sahen aus, wie kleine Pilze, ganz seltsam verschrumpelt. Dieses Rezept ist wirklich dazu gedacht in einer flachen, großen Form gebacken zu werden. Um nicht ein ganzes Blech Schokokuchen zu Hause zu haben, habe ich die Menge gedrittelt, aus Geschmacksgründen den Zucker ein wenig reduziert und lasse auch die weiteren Gewürze weg - Schoko pur ist meine große Leidenschaft. 


Für eine kleine Form mit etwa 18 cm Durchmesser (ich habe eine Herzform in der Größe, eine kleine Springform ist aber vielleicht besser): 
Den Ofen auf 150°C Ober-/Unterhitze vorheizen. 
In einem kleinen Topf auf dem Herd bei niedrigster Stufe 50gr Butter und 100gr klein gehackte Zartbitterschokolade schmelzen. 2 Eier trennen. Die Eigelbe mit 60gr Puderzucker zu einer dicken, gelben Crème aufschlagen. In einem zweiten Behälter mit sauberem Schneebesen die Eiweiße steif schlagen. 
Nun die flüssige, abgekühlte Schokomasse unter die Eigelbmasse heben, bis ein homogener Teig entsteht. Zum Schluss vorsichtig den Eischnee unterziehen, es sollten aber keine Schneeflocken mehr zu sehen sein. 
Den Teig in die gebutterte und bemehlte Form füllen und im heißen Ofen etwa 25min backen. Die Oberfläche ist relativ hell und sieht knusprig aus, das Innere ist dunkler, weich und saftig. Der Kuchen wird beim Abkühlen wieder zusammenfallen, das soll so sein.
Mit Kakaopulver bestäubt macht er sich bei jeder Kaffee- und Teetafel, aber auch als Nachtisch bei einem Essen mit Freunden sehr gut. Und kein Nachtischmagen kann dem wiederstehen, ehrlich!

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